Heinz Cibulka, TagTraumDeutung

Ein Filmportrait des Künstlers von Magdalena Frey
2012

 

Heinz Cibulkas Schaffen seit den 1960er Jahren ist Thema des neuen Filmes von Magdalena Frey. Bildgedichte und digitale Collagen werden in einem assoziativen Wechselspiel mit alten und neuen filmischen Sequenzen gereiht. Ein starker musikalischer Strang mit Kompositionen von Anton Webern, Norbert Math, Andrea Sodomka, alien productions u.a. führt durch das 40minütige Filmportrait. Beginnend mit den letzten Arbeiten in Frankreich, während eines Aufenthaltes in Reims und Paris konnte Magdalena Frey sowohl das Umfeld der Ausstellung, wie auch konkretes Leben in Reims und Paris miterleben und teilweise filmen. Ähnlich wie bei vielen anderen Arbeiten wird der Anlass einer Reise bei Cibulka in fotografische Konzepte eingearbeitet. Direkte Konfrontation mit neuem Erlebnismaterial fließt so oft als Bildvokabel-Schatz in einen Pool von Bildern, die später gelegentlich in Bildkompositionen einbezogen werden. Hier geht Magdalena Frey bei ihren Filmen, ähnlich wie beim Arbeiten mit fotografischen Bildern vor. Sie sammelt Bildmaterial spontan und nach Plan, um dieses später einsetzen zu können.

Nach etwa 4-jähriger Sammeltätigkeit aus verschiedenen Arbeitsbereichen, vielfach gemeinsamer Projekte an unterschiedlichen Orten wie u.a. Mexico, Nigeria, Asien, Syrien, USA, wie sehr oft an verschiedenen Orten Europas hat Magdalena Frey umfangreiches Filmmaterial zusammengetragen. Einiges davon hat sie bei KollegInnen als Anleihen nehmen können, besonders Ferdinand Cibulka verdankt sie einiges Filmmaterial, das er vor etwa 9 Jahren selber zu einem Filmportrait über seinen Vater genutzt hatte. Dabei wurden auch alte 8mm Filme, Minidisk usw. digitalisiert. Einige dieser Filme stammen aus den 60er Jahren aus dem Besitz der Familie, die u.a. auch von Heinz Cibulka gefilmt wurden.

Seine Beteiligung an Aktionen von Schwarzkogler und Nitsch als "Modell" oder "passiver Akteur" werden nur kurz gestreift.

Die Konstruktion des Filmes von Magdalena Frey hat hier in diesem Film-Portrait in manchen Belangen Ähnlichkeit mit der Vorgangsweise des Fotografen Cibulka bei seinen assoziativen Bildgedichten. Nur dass der Film während der Bildprojektionen in einem Zeitablauf gleichzeitig und bestimmend über musikalische Formen artikuliert. Das Lesen zwischen den Bildern als nachschöpferische Leistung im Fluss eines komponierten musikalischen Stranges erklärt ein wenig die formale Struktur der Bilddichtungen von Heinz Cibulka. Auch hier wird zwischen den Bildern ein Sinn hinter dem Bildangebot gesucht und kann ebenso nur in nachschöpferischer Leseleistung gefunden werden. Quer durch das fotografische Werk, beginnend in der Gegenwart baut Magdalena Frey ihre filmische Konstruktion durch wichtige Passagen des Werkes von Heinz Cibulka bis zu seinen künstlerischen Anfängen in den 70er Jahren. So lüsen sich immer wieder Bildgedichte als Standbilder mit Filmsequenzen ab, um damit das Werk, aber auch biografische Hintergründe assoziativ zu deuten.

zurück